Vereinsgeschichte im Überblick

Der Obst- und Gartenbauverein Nürtingen e.V. wurde im Oktober 1927 als Obstbauverein Nürtingen gegründet.

Die Gründungsversammlung fand am 13. Oktober 1927 bei Handtmann in der Gaststätte "Gambrinus", Metzinger Str. in Nürtingen statt. Die 27 Anwesenden beschlossen die Gründung des Vereins. Als einstweiliger Vorstand wurde Baumwart Dolde gewählt sowie 7 Ausschussmitglieder. 

Am 12. Februar 1928 fand wiederum in der Gaststätte "Gambrinus" die erste Mitgliederversammlung statt. Anwesend waren 36 Mitglieder, es wurde ein Mitgliedsbeitrag von1 Mark pro Jahr erhoben. Bei den Wahlen wurden auf 2 Jahre gewählt:

als 1. Vorsitzender 
   Gottlieb Dolde    Stadtbaumwart

 als Kassier und Schriftführer
    Otto Gairing    Uhrmacher

weitere Ausschussmitglieder    
    Karl Knöll sen.    Gemeinderat
    Eugen Fischer    Landwirt
    Karl Speidel    Baumwart
    Emil Krayl    Uhrmacher
    Karl Maier    Baumwart

 

Außerdem beschloss die Versammlung den Beitritt zum"Württembergischen Obstbauverein" 


Die satzungsgemäßen Ziele des Vereins waren schon damals - unter anderem -
o    Hebung der allgemeinen und fachlichen Kenntnisse über Obst- und Gartenbau im Vereinsgebiet
o    Bekanntmachung seiner Mitglieder mit den Werten ideeller und sonstiger Art des Obst- und Gartenbaus durch Aufklärung und Schulung
o    Förderung des Haus- und Kleingarten
o    Anregungen und Hinweise zu Obst- und Gartenbau sowie Anbau- und Pflegemaßnahmen, Obst- und Gemüseverwertung
o    Förderung des Vogelschutzes und Bienenzucht

Zielrichtung war die Erzeugung von Qualitätsobst durch geeignete Obstsorten.
Bereits 1929 wurde die Frage nach einem Mustergarten erörtert.

Bei der Obstausstellung 1929 zeigte der "Obstbauverein" schon seine Offenheit und Weitsichtigkeit durch die Verbindung zu Vereinen mit ähnlichen Satzungszielen, wie Bienenzuchtverein und die Einbeziehung von Blumengärtnereien sowie mit einer Ausstellung von Obstbaugeräten.

Ab 1930 wurden auf Beschluss des Leitungsgremiums Weiterbildungslehrgänge an der Landwirtschaftsschule durchgeführt – vorwiegend im Winterhalbjahr – einmal im Monat, mit regem Zuspruch. Themen der Weiterbildungslehrgänge zum Obstbau waren
Neuanlagen, Pflanzung, Abstand, Zwischenpflanzung, Bodenbearbeitung, Sortenwahl, Anbausortiment, Düngung, Be- und Entwässerung, Ernte und Lagerung.

1932 wurde auch die Ausdehnung der Aktivitäten auf den Gartenbau beschlossen, mit eingeschlossen den Blumenschmuck an Häusern, Balkonen und in Hausgärten.

Ab 1934 wurden an der Landwirtschaftsschule Lehrgänge speziell für Frauen angeboten, über Anbau und Pflege im Hausgarten.

Immer mehr wurde erkannt, dass Natur - Obst- und Gartenbau, Nutz- und Ziergärten, als auch die Tierwelt - in der Landschaft eine untrennbare Einheit bilden.
Deshalb wurde der Verein schon 1937 in „OBST- und GARTENBAUVEREIN“ umbenannt.


1938 wurde wiederum der Gedanke eines Lehrgartens aufgegriffen – ein 50 ar großes Grundstück an der Metzinger Straße – konnte aber aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden.

Bedingt durch den Krieg ruhte das Vereinsleben in den Jahren 1939 bis 1947.

Am 16. März 1947 fand die erste Mitgliederversammlung nach dem Krieg statt.
Es wurde beschlossen, den Obst- und Gartenbauverein ins Vereinsregister einzutragen, was im Februar 1948 auch erfolgt ist. In diesem Jahr stieg die Mitgliederzahl auf über 230 Mitglieder. Wie kurz nach der Gründung des Vereins wurde durch die Vereinsleitung auch jetzt die Notwendigkeit erkannt, die Mitglieder und andere interessierte Personen auf die veränderten Bedingungen insbesondere im Obstbau hinzuweisen und durch Theorie und Praxis die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln.

Der Erwerbs- und Zuerwerbsobstbau trat mehr in den Vordergrund zur Erzeugung von Qualitätsobst. Die Baum- und Anbauformen veränderten sich – vom Hochstamm über Halbstamm zu Buschbäumen.
Wichtige Schwerpunkte waren insbesondere die immer größer werdende Sortenvielfalt, richtige Düngung und Pflanzenschutz.

1949 erfolgte der Beitritt zum neu gegründeten "Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Nürtingen".

Anfang der 50iger Jahre wurde nach der Möglichkeit einer Obsteinlagerung für die Mitglieder gesucht.
Nach längeren Verhandlungen und Umbauarbeiten konnten in der Gerberstraße 60, im "Seegartenkeller" Kellerräume angemietet werden um das erzeugte Qualitätsobst fachgerecht zu lagern und zum Verkauf bereit zu halten.

1976 wurde die Idee eines Lehrgartens durch Anpachten eines Gartengrundstücks mit Schuppen im "Äußeren Bogen" verwirklicht.
Seither hat der Verein im Vereinsgarten mit kleinem Schulungsraum seinen Mittelpunkt.
Die Anlage als Lehr- und Vereinsgarten erforderte von allen Verantwortlichen und Mitgliedern hohen Einsatz.

1985 konnte das Grundstück käuflich erworben werden.

1986 wurden mit großem Arbeitseinsatz von Vorstandschaft und Mitgliedern durch bauliche Veränderungen und Vergrößerung mit der Einrichtung eines Schulungsraums die Voraussetzungen geschaffen, Vorstandssitzungen, Lehrabende, Informationsveranstaltungen und Gesprächsrunden im Vereinsgarten abzuhalten.
Das jährliche Sommer- und Herbstfest des Vereins im Vereinsgarten ist zu einem beliebten Treffpunkt für Mitglieder und Gäste geworden.

2000 wurde ein zusätzliches Lagergebäude errichtet, um die Bewirtschaftung und Erhaltung des Lehrgartens zu erleichtern.

Der Vereinsgarten wurde teilweise umgestaltet um dem Namen "Obst- und Gartenbauverein" gerecht zu werden und wurde gegliedert in die Bereiche:
    Blumenbeete für jahreszeitliche  - Frühjahr und Sommer – Bepflanzung
    Stauden und Ziergehölze
    Obstgarten mit Äpfel-, Birnen-, Kirschen-, Zwetschgen- und Pflaumenbäumen
    Moderne Obstanlage mit Spindelbäumen
    Beeren
    Kräuterspirale


2007 wurde eine historische Mostpresse und Obstmühle fachgerecht restauriert. Es besteht nunmehr die Möglichkeit für Mitglieder und andere Interessenten eigenhändig selbst Saft und Most aus eigenen Erzeugnissen herzustellen.

1977 wurde das 50jährige Vereinsjubiläum und 2002 das 75jährige Vereinsjubiläum mit einer sehr gut sortierten Obstausstellung und einer Festveranstaltung
Anlässlich des 75jährigen Jubiläums wurde im Riedbachtal im Tiefenbach ein Nussbaum als Jubiläumsbaum gepflanzt und eine Ruhebank aufgestellt.

Auch die Weiterbildung ist ein wichtiger Punkt im Verein.
Seit 1995 werden in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Fachwarte ausgebildet.
Die derzeitig aktiven Fachwarte des OGV Nürtingen bringen ihre Fachkenntnisse u.a. bei der Weiterbildung und bei Schnittkursen im Sommer und Winter ein, um Mitgliedern und Gästen die notwendigen Arbeiten im Obst- und Gartenbau zu vermitteln.

Um auch der jungen Generation die Pflege und Erhaltung von Bäumen und Blumen nahe zu bringen. beteiligt sich der Verein schon seit langem am Kinderferienprogramm der Stadt Nürtingen. Ebenso werden Projekttage mit Kindergartengruppen und Schulklassen, aus Nürtingen, insbesondere zum Thema "Rund um den Apfel - aus Obst wird Saft" durchgeführt.

Seit etwa 50 Jahren führt der OGV ehrenamtlich die alljährliche Blumenschmuckbewertung in der Kernstadt Nürtingen durch und organisiert die Preisverleihung mit einer immer sehr gut besuchten Feierstunde in der Stadthalle.

Beim jährlichen Sommer- und Herbstfest haben Mitglieder und Gäste Gelegenheit, den Vereinsgarten zu besichtigen und zu Fachgesprächen in geselliger Runde.
Von Mai bis Ende Oktober finden sonntags von 10-12 Uhr Informationsgespräche im Vereinsgarten statt. Mitglieder und Gäste können sich dabei über aktuelle allgemeine und persönliche Fragen informieren.

Der Verein ist Mitglied im Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Nürtingen e.V. und im Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden – Württemberg e.V. (LOGL)

Vom Finanzamt Nürtingen ist der OGV Nürtingen als gemeinnützig anerkannt.

Der OGV bietet seinen derzeit über 350 Mitgliedern sowie interessierten Gästen jährlich ein umfangreiches und vielgestaltiges Programm mit fachlicher Aus- und Weiterbildung wie Lehrvorträge, Informationsveranstaltungen und Unterweisungen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen im Obst- und Gartenbau in Theorie und Praxis.

Die Erhaltung und Weiterentwicklung des Lehrgartens erfordert auch weiterhin von Gesamtvorstand
und Mitgliedern des Vereins engagierte Mithilfe und Einsatz, sowie einiges an finanziellen Mittel.

Werden auch Sie Mitglied und unterstützen Sie den Verein und seine Ziele!




Manfred Speidel
30.11.2009